Kurzgeschichte des Hauses

Das Gebäude, ein viergeschossiger, villenartiger Bau, wurde 1902 als Landhaus für einen Charlottenburger Kaufmannes gebaut. Er benannte das Gelände nach seiner Frau Anna. Damals war es Mittelpunkt einer Landwirtschaft.

Mitte der 20er Jahre wurde das Anwesen durch einen diakonischen Sozialträger erworben, der hier Wohnraum, Ausbildungs- und Arbeitsplätze für aus dem Strafvollzug entlassene junge Frauen schuf. Widerstand kam Anfangs von einem Nachbarn, der Landwirtschaftsschule Oranienburg-Luisenhof, die eine sittliche Gefahr für Ihre Lehrlinge fürchtete. Die Einrichtung überstand die Weltwirtschaftskrise, die Nazi-Diktatur und die Nachkriegszeit.

Da in der DDR keine "gesunden" Menschen in kirchlichen Heimen untergebracht werden sollten, fanden seit den 60er Jahren 50-60 Menschen mit Behinderungen Wohnraum im Annagarten.

In den 90er Jahren ging die Trägerschaft auf das Evangelische Johannesstift über, das in der Nachbarschaft zu unserem Haus neue Gebäude errichtete, in die die Bewohner dann umzogen.

In den 20er Jahren wurde das Dachgeschoss ausgebaut. Es folgte in den 70er Jahren die Erweiterung des Sockelgeschosses an der Ostseite, um die Küche unterzubringen, sowie 1991 die viergeschossige Erweiterung an der Westseite zur Aufnahme von Sanitärräumen. In den 90er Jahren wurden Dacheindeckung und Fenster erneuert. Auch wenn sich das Gebäude heute ohne wesentliche Bauschäden zeigt, ist doch die Haustechnik überaltert und muss vollständig modernisiert werden.